Mittwoch, 5. Oktober 2016

Die erste Woche Unterricht, der Wald am Campus und der Palast in Nyanza

Diese Woche hat endlich der Unterricht angefangen!! Das wurde auch langsam Zeit! Es ist nicht so, dass ich die letzten 3 Wochen nichts gemacht habe. Schließlich habe ich schon angefangen mich um meine Bachelorarbeit zu kümmern und bürokratische Dinge erledigt und so weiter. Aber ich bin froh, dass jetzt auch das Semester angefangen hat. Also ich hatte diese Woche, zwei meiner 3 Module. Das erste Modul ist „Regionale Geographie“. Wir haben ein sehr ähnliches Seminar in Koblenz und dieses Seminar ist schon in Koblenz sehr sehr leicht soweit ich gehört habe. Mal gucken wie die nächsten Wochen so werden aber der erste Eindruck ist, dass das Modul hier total niveaulos ist und ich muss sogar 2 Mal die Woche kommen. Wir haben in der ersten Stunde zum Teil gelernt, dass in Nordafrika und im Nahen Osten viele Araber leben, dass es 6 Bevölkerte Kontinente gibt und, dass es früher nur einen Kontinent gab… Aber es war wie gesagt nur die erste Stunde. Vielleicht wird es ja noch interessanter. Ich denke wir werden in diesem Modul viele Gruppenarbeiten machen und das wird dann bestimmt viel spannender als diese Vorlesung von der ersten Stunde. Was mich jetzt in der ersten Stunde auch ganz schön nervig fand, war dass der Dozent sehr sehr seeeeehr langsames und leises Englisch geredet hat und ich hatte den Eindruck, dass die Studenten trotzdem oder deswegen nichts verstanden haben. Das war ein Grund wieso die ganze Stunde so laaaaangsam voran ging. Und wäre es tatsächlich nur 1 Stunde oder 1 ½ Stunden wie in Deutschland wäre es ja noch ok, aber der Unterricht geht offiziell von 8 – 12Uhr. Aber ich denke und hoffe, dass er oft früher aufhören wird. Das zweite Modul das ich hatte war „Advanced GIS“ und das ist auch ein Seminar das wir fast genauso in Koblenz haben. Bei GIS geht es darum mit digitalen Karten zu arbeiten und das ist auch für mich noch ganz neu, deswegen ist dieses Seminar auch viel interessanter für mich. Auch der Dozent konnte viel besser Englisch, hat viel deutlicher geredet, er hat viel besseren Unterricht gemacht und bei ihm war es kein Problem, dass der Unterricht 3 – 4 Stunden geht. Ich glaube auch, dass ihn die Studenten besser verstanden haben. Die Studenten können den Unterricht schon verstehen, wenn sie einen Dozenten haben der laut und deutlich spricht. Das 3. Modul geht dann nächste oder übernächste Woche los. Mal sehen wie das wird. 



 
Ansonsten habe ich in dieser Woche relativ viel für meine Bachelorarbeit getan und weiterhin organisatorische Dinge erledigt. Am Freitagabend waren dann in einem Nachtklub bei dem sie bis 11 Uhr Karaoke gemacht haben und danach einfach nur Musik gespielt wurde. Karaoke war lustig :D. Ähnlich wie in Deutschland konnten einige wenige sehr sehr gut singen aber die meisten waren so… najaaa…. Ich sage mal auf meinem Niveau :D. Nach der Karaoke, als dann alle angefangen haben zu tanzen, war ich echt beeindruckt von den einheimischen hier. Die können hier alle so wahnsinnig gut tanzen und jeder hat seinen eigenen Tanz stiel. Also wenn ich hier nicht Tanzen lerne, dann bin ich ein hoffnungsloser Fall :D. 




Am Samstag war ich dann mit einem Komilitonen im Wald des Uni Campus spazieren. Dieser Wald ist eingeteilt in verschiedene Parzellen mit verschiedenen Baumarten. Ich vermute mal es werden irgendwelche Forschungsarbeiten mit dem Bäumen betrieben. Aber man muss sagen, es sah nicht so aus, als ob sich die Uni gut um ihren Wald kümmert. Er sieht ein bisschen so aus, als ob seit ein paar Jahren keiner mehr da war. Außer wir haben ein paar Leute getroffen die laut meinem Kollegen offiziell illegal in den Wald gekommen sind, um Feuerholz zu sammeln. Und wir haben ein paar sehr coole Affen im Wald getroffen :D.
        




     
Am nächsten Tag bin ich mit Caroline zum Königspalast bei Nyanza 40min von Butare gefahren. Dort gab es eine tolle Führung durch einen nachgebauten antiken Königspalast. Der Führer hat uns gezeigt wie antike Könige gelebt haben, wie einige Mitarbeiter gelebt haben und welche Kühe es damals noch gab. Diese Kühe gibt es heutzutage nur noch in wenigen Museen in Ruanda, weil die europäischen Kühe mehr Milch produzieren. Nach der Tour durch den antiken Palast, hat uns der Führer den neuen modernen Palast der letzten zwei Könige gezeigt. Der vorletzte König regierte noch über ein Königreich das nicht nur Ruanda, sondern auch weite Teile von Kongo, Uganda, Burundi und Tansania umfasste. Man kann durchaus sagen, dass er diese Fläche regiert hat, aber die Belgier hatten einen sehr sehr großen Einfluss auf ihn. Nach der Kolonialisierung haben die Kolonialherren die Grenzen mit dem Lineal auf dem Schreibtisch gezogen und so hat sich das Königreich auf das heutige Ruanda verkleinert. Er war wohl ein sehr moderner König der verschiedene europäische Sportarten spielte, nur eine Frau hatte (die Vorherigen hatten zum Teil bis zu 30 Frauen) und er war ein gläubiger Katholik. Der Letzte König regierte wohl Ruanda bis in die Mitte der 80er Jahre bis er starb. Die Königin hat den Genozid 1994 nicht überlebt. Seitdem hat Ruanda eine demokratische Regierung. Das ist zumindest so wie ich den Führer verstanden habe, aber ich habe ehrlich gesagt gedacht, dass Ruanda schon vorher mit der Unabhängigkeit eine Parlamentarische Regierung hatte… Ich glaube ich muss mich später noch einmal wenn ich Zeit und Internet ein bisschen intensiver mit der Geschichte beschäftigen.
Ich fand die Führung sehr interessant, weil sie einen sehr alten Teil der Geschichte Ruandas hatte und einen sehr neuen und modernen Teil. Ich finde es war ein guter Mix und der Führer hat sich nur auf das wichtigste beschränkt ein paar Fragen über Deutschland und Belgien gestellt und nicht angefangen mit „ Am 8. November 1642 hat sich na na na mit na na na zum Tee trinken getroffen…“ Ich war sehr zufrieden! :). 







 
Mal gucken wie die nächste Woche so läuft :).
Sauwa! (Swahili [Sprache in Kongo und Ostafrika. Zum Teil auch in Ruanda gesprochen] für alles Gute!)
p.s.: Der Swahilische Ausdruck für „mache dir keine Sorgen“ ist tatsächlich „Hakuna Matata“ :D :D.   

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