Diese Woche hat endlich der
Unterricht angefangen!! Das wurde auch langsam Zeit! Es ist nicht so, dass ich
die letzten 3 Wochen nichts gemacht habe. Schließlich habe ich schon angefangen
mich um meine Bachelorarbeit zu kümmern und bürokratische Dinge erledigt und so
weiter. Aber ich bin froh, dass jetzt auch das Semester angefangen hat. Also
ich hatte diese Woche, zwei meiner 3 Module. Das erste Modul ist „Regionale
Geographie“. Wir haben ein sehr ähnliches Seminar in Koblenz und dieses Seminar
ist schon in Koblenz sehr sehr leicht soweit ich gehört habe. Mal gucken wie
die nächsten Wochen so werden aber der erste Eindruck ist, dass das Modul hier
total niveaulos ist und ich muss sogar 2 Mal die Woche kommen. Wir haben in der
ersten Stunde zum Teil gelernt, dass in Nordafrika und im Nahen Osten viele
Araber leben, dass es 6 Bevölkerte Kontinente gibt und, dass es früher nur
einen Kontinent gab… Aber es war wie gesagt nur die erste Stunde. Vielleicht
wird es ja noch interessanter. Ich denke wir werden in diesem Modul viele
Gruppenarbeiten machen und das wird dann bestimmt viel spannender als diese
Vorlesung von der ersten Stunde. Was mich jetzt in der ersten Stunde auch ganz
schön nervig fand, war dass der Dozent sehr sehr seeeeehr langsames und leises
Englisch geredet hat und ich hatte den Eindruck, dass die Studenten trotzdem
oder deswegen nichts verstanden haben. Das war ein Grund wieso die ganze Stunde
so laaaaangsam voran ging. Und wäre es tatsächlich nur 1 Stunde oder 1 ½
Stunden wie in Deutschland wäre es ja noch ok, aber der Unterricht geht
offiziell von 8 – 12Uhr. Aber ich denke und hoffe, dass er oft früher aufhören
wird. Das zweite Modul das ich hatte war „Advanced GIS“ und das ist auch ein
Seminar das wir fast genauso in Koblenz haben. Bei GIS geht es darum mit
digitalen Karten zu arbeiten und das ist auch für mich noch ganz neu, deswegen
ist dieses Seminar auch viel interessanter für mich. Auch der Dozent konnte
viel besser Englisch, hat viel deutlicher geredet, er hat viel besseren
Unterricht gemacht und bei ihm war es kein Problem, dass der Unterricht 3 – 4
Stunden geht. Ich glaube auch, dass ihn die Studenten besser verstanden haben.
Die Studenten können den Unterricht schon verstehen, wenn sie einen Dozenten
haben der laut und deutlich spricht. Das 3. Modul geht dann nächste oder
übernächste Woche los. Mal sehen wie das wird.
Ansonsten habe ich in dieser
Woche relativ viel für meine Bachelorarbeit getan und weiterhin
organisatorische Dinge erledigt. Am Freitagabend waren dann in einem Nachtklub
bei dem sie bis 11 Uhr Karaoke gemacht haben und danach einfach nur Musik
gespielt wurde. Karaoke war lustig :D. Ähnlich wie in Deutschland konnten
einige wenige sehr sehr gut singen aber die meisten waren so… najaaa…. Ich sage
mal auf meinem Niveau :D. Nach der Karaoke, als dann alle angefangen haben zu
tanzen, war ich echt beeindruckt von den einheimischen hier. Die können hier
alle so wahnsinnig gut tanzen und jeder hat seinen eigenen Tanz stiel. Also
wenn ich hier nicht Tanzen lerne, dann bin ich ein hoffnungsloser Fall :D.
Am Samstag war ich dann mit einem
Komilitonen im Wald des Uni Campus spazieren. Dieser Wald ist eingeteilt in
verschiedene Parzellen mit verschiedenen Baumarten. Ich vermute mal es werden
irgendwelche Forschungsarbeiten mit dem Bäumen betrieben. Aber man muss sagen,
es sah nicht so aus, als ob sich die Uni gut um ihren Wald kümmert. Er sieht
ein bisschen so aus, als ob seit ein paar Jahren keiner mehr da war. Außer wir
haben ein paar Leute getroffen die laut meinem Kollegen offiziell illegal in
den Wald gekommen sind, um Feuerholz zu sammeln. Und wir haben ein paar sehr
coole Affen im Wald getroffen :D.
Am nächsten Tag bin ich mit
Caroline zum Königspalast bei Nyanza 40min von Butare gefahren. Dort gab es
eine tolle Führung durch einen nachgebauten antiken Königspalast. Der Führer
hat uns gezeigt wie antike Könige gelebt haben, wie einige Mitarbeiter gelebt
haben und welche Kühe es damals noch gab. Diese Kühe gibt es heutzutage nur
noch in wenigen Museen in Ruanda, weil die europäischen Kühe mehr Milch
produzieren. Nach der Tour durch den antiken Palast, hat uns der Führer den
neuen modernen Palast der letzten zwei Könige gezeigt. Der vorletzte König
regierte noch über ein Königreich das nicht nur Ruanda, sondern auch weite
Teile von Kongo, Uganda, Burundi und Tansania umfasste. Man kann durchaus sagen,
dass er diese Fläche regiert hat, aber die Belgier hatten einen sehr sehr
großen Einfluss auf ihn. Nach der Kolonialisierung haben die Kolonialherren die
Grenzen mit dem Lineal auf dem Schreibtisch gezogen und so hat sich das
Königreich auf das heutige Ruanda verkleinert. Er war wohl ein sehr moderner
König der verschiedene europäische Sportarten spielte, nur eine Frau hatte (die
Vorherigen hatten zum Teil bis zu 30 Frauen) und er war ein gläubiger Katholik.
Der Letzte König regierte wohl Ruanda bis in die Mitte der 80er Jahre bis er
starb. Die Königin hat den Genozid 1994 nicht überlebt. Seitdem hat Ruanda eine
demokratische Regierung. Das ist zumindest so wie ich den Führer verstanden
habe, aber ich habe ehrlich gesagt gedacht, dass Ruanda schon vorher mit der
Unabhängigkeit eine Parlamentarische Regierung hatte… Ich glaube ich muss mich
später noch einmal wenn ich Zeit und Internet ein bisschen intensiver mit der
Geschichte beschäftigen.
Ich fand die Führung sehr
interessant, weil sie einen sehr alten Teil der Geschichte Ruandas hatte und
einen sehr neuen und modernen Teil. Ich finde es war ein guter Mix und der
Führer hat sich nur auf das wichtigste beschränkt ein paar Fragen über
Deutschland und Belgien gestellt und nicht angefangen mit „ Am 8. November 1642
hat sich na na na mit na na na zum Tee trinken getroffen…“ Ich war sehr
zufrieden! :).
Mal gucken wie die nächste Woche
so läuft :).
Sauwa! (Swahili [Sprache in Kongo
und Ostafrika. Zum Teil auch in Ruanda gesprochen] für alles Gute!)
p.s.: Der Swahilische Ausdruck für
„mache dir keine Sorgen“ ist tatsächlich „Hakuna Matata“ :D :D.














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