Mittwoch, 18. Januar 2017

Konzert, Abschlussprüfungen und ein wenig Langeweile



Also jetzt in den ersten 2 – 3 Wochen nach Neujahr habe ich eigentlich nichts spannendes gemacht soweit (beim Kurs für kreatives Schreiben hätte die mich für diesen Einleitungssatz vom Kurs geworfen :D). Ich habe vor allem für meine Abschlussprüfungen gelernt, ich war noch einmal in Gassarenda und Kigeme und hab mit Sarah und Didace abgehangen und Volleyball gespielt, ich habe so ein bisschen angefangen an meiner Bachelorarbeit zu arbeiten und ansonsten habe ich Geld gespart :D. Bei der ersten Prüfung (GIS/ Kartographie), hat der Dozent leider eine schwere Aufgabe ziemlich stark gewichtet, sodass ich wohl nichts besseres als eine 3 bekommen werde, was sehr schade ist. Für die anderen zwei Prüfungen war ich sowas von nicht motiviert und habe für meine Verhältnisse ganz schön wenig gelernt und konnte trotzdem jede Frage gut beantworten denke ich. Also die Prüfungen werden wohl im 2er Bereich sein und das ist toll :). Das Problem ist, dass wir in beiden Fächern eine Gruppenarbeit gemacht haben und die Studenten hier sind ständig alle am Durchfallen, weil die einfach absolut keine Ahnung von akademischen Arbeiten haben. Klar es wurde ihnen ja werder in der Schule noch an der Uni richtig beigebracht. Die haben doch tatsächlich, und ich übertreibe nicht, eine Hausarbeit geschrieben und sich alle Infos aus Wikipedia rauskopiert, keine Zitate gesetzt und als Quellen einige Wikipediaquellen angegeben! Die Sätze haben keinen Sinn gemacht, weil sie aus dem Zusammenhang gerissen sind, einige wichtige Infos wurden nicht kopiert und dafür viele unwichtige Sachen und wenn ich nicht eingeschritten wäre hätten die als Quelle ein Buch über Schmetterlinge angegeben. Ich hab gesagt „Kommt Jungs wir sollten wenigsten Bücher angeben bei denen zumindest das Wort Geographie drauf steht“. Also das war echt genial!!! Ich werde wahrscheinlich nie erfahren was wir auf die Gruppenarbeit bekommen haben aber viel wird es nicht sein :D. In Deutschland wären wir damit durchgefallen aber ich denke hier ist es so ähnlich wie in der Sowjetunion vor 30 Jahren. Solange man etwas abgibt hat man zumindest Mal bestanden..... 

Aber nicht so schlimm ich habe ja gute Prüfungen geschrieben denke ich. An einem Freitag war im Stadtzentrum ein traditionelles Tanzkonzert von einer Gruppe Tänzer die 4 Mal die Woche trainieren und die ich auch schon trainieren gesehen habe. Beim Konzert gab es ein paar Trommler, einen Geschichtenerzähler, viele Tänzer und eine coole Dekoration mit traditionellen Häusern, Kleidung, Werkzeuge, Waffen etc. Also der Geschichtenerzähler hat eine Geschichte über das traditionelle Leben der Menschen in Ruanda erzählt, über den ehemaligen König, wie die Menschen gelebt, gejagt, geerntet und Kriege geführt haben. Und diese Geschichten haben die Tänzer dann mit ihrem Tanz ausgedrückt. Ich fand es sehr cool!!! Die Haben sehr gut getanzt, es war sehr lustig mit zum Teil seeehhhhr vieeeeel Selbstironie und einfach auch wierklich interessant soetwas Mal zu sehen. Also die 2,50€ Eintritt haben sich sowas von gelohnt!!

Aber aucht trotz der Prüfungen und der Gesellschaft die ich hatte, habe ich mich schon ein bisschen gelangweilt um ehrlich zu sein, aber das ist schon ok. Ich sage einfach mal ich habe meine Kräfte regeneriert!! ;). 

Morgen kommt mich Claire für 2 Wochen besuchen!! Dann werde ich wieder etwas zu erzählen haben und ich werde irgendwann noch 4 Bäume fällen. Also ich denke die nächsten 2 – 3Wochen wird mir überhaupt nicht langweilig :D. Und in genau 1 Monat geht es sogar schon wieder zurück nach Hause... Ojeee die Zeit vergeht schnell!!!

Muaramuke (Bis zum nächsten Mal)

Dienstag, 17. Januar 2017

Geographie in Ruanda 3: Böden



Es hat echt gedauert, aber im Internet traut sich einfach keiner zu sagen, welche Bodentypen den in Ruanda am meisten verbreitet sind. Ich habe dann aber in den Unterlagen nachgeschaut die mir mein Prof gegeben hat und kann jetzt sagen, dass es in Ruanda hauptsächlich Ferrasol und Nitisol Böden gibt. Das macht auch Sinn, weil Ferrasol auch ein typischer Boden für die Tropen ist. 

Allgemein hat ein Boden 3 „Schichten“ die man Horizonte nennt. In der Regel ist der erste Horinzon der „A-Horizont“ der fruchtbarste Horizont, der B-Horizon weniger Fruchtbar und der C-Horizont schon unfruchtbares Gestein. Schwarzerde in Osteuropa oder auch Braunerde in Mitteleuropa sind deshalb so gut, weil sie einen großen A-Horizont haben. 

Der Ferrasol hat leider einen sehr sehr kleinen A-Horizont, aber dafür auch einen sehr sehr großen B-Horizont. Der A-Horizont ist deshalb so klein, weil es zwar einerseits viel „organisches Material“ also Blätter, Mist und tote Lebewesen gibt, aber andererseits wird das Material wegen den ganzjährig Hohen Temperaturen und dem vielen Regen sehr schnell zersetzt und die Minerale sickern ab. Der B-Horizont ist so groß, weil die Verwitterung schon sehr lange anhält, aber leider regnet es so viel, dass die Minerale und Nährstoffe auch sehr stark vom B-Horizont weggespült werden, sodass der B-Horizont eigentlich unfruchtbar ist. Nachdem die Nährstoffe weggespült sind, bleiben nur noch rote Metalle zurück und deshalb ist der Boden so rot. Und weil so viele Nährstoffe ausgewaschen (weggespült) werden, kann der Boden nur 2-Schichttonminerale bilden, die nicht viele Nährstoffe speichern können und nur wenig Nährstoffe abgeben. In Europa haben wir meistens 3- oder 4-Schichttonminerale. 

Das bedeutet, dass Pflanzen nur einen kleinen !fruchtbaren! A-Horizont benutzen können um zu wachsen und wenn der weg ist, ist der Boden für mehrere Generationen oder vielleicht sogar für immer unfruchtbar. Das heißt, die Bauern MÜSSEN gut auf ihren Boden aufpassen, sonst ist er für immer kaputt. Aber leider wissen 1. Viele Bauern nicht wie sie das machen sollen und 2. Fehlt oft entweder das Geld oder die Möglichkeit die Felder einfach Brache stehen zu lassen. Das Selbe, gilt übrigens auch für Regenwälder überall in den Tropen. Wenn man einmal anfängt den Regenwald mit Maschinen zu roden und nicht über Brandrodung, dann geht der A-Horizont ganz schnell verloren und der Regenwald ist für immer weg und genau das passiert in weiten Teilen in Brasilien, Kongo und Indonesien. Würde man Brandroden, könnte man die Asche als effektiven Dünger für neue Bäume verwenden. 

Der Nitisol Boden ist so ähnlich wie der Ferrasol, nur eine Stufe fruchtbarer. Der A-Horizont ist größer und es gibt mehr Tonminerale! 

Ansonsten gibt es in Ruanda bei den Vulkanen eigentlich auch nur viele sehr sehr fruchtbare Böden, weil vulkanische Asche mit zu den fruchtbarsten Böden überhaupt gehört. Also in den Regionen müssen sich die Leute um ihre Böden wesentlich weniger Sorgen machen!!


Geographie in Ruanda 2: Geomorphologie (Berge, Flüsse, Seen,)



Wenn man mit dem Auto durch Ruanda fährt fällt einem als erstes auf, dass Ruanda aus sehr sehr vielen Hügeln besteht. Man nennt Ruanda auch „das Land der tausend Hügel“. Das liegt daran, dass Ruanda in der Nähe des, sogenannten „Ostafrikanischen Graben“ liegt. Es ist so, dass unsere Kontinente auf einer riesigen sich bewegenden Magma/Lava Schicht schwimmen und je nachdem wie sich diese Magmaschicht bewegt, kann die Magma unsere Kontinente in Einzelteile Zerreisen. Und im Moment ist es so, dass die Magmaschicht den östlichen Teil vom westlichen Teil wegreist. Dieser Prozess hat vor 20Millionen Jahren angefangen und in ich sage mal ungefähr weiteren 100 Millionen Jahren, werden Somalia, und Teile von Äthiopien, Kenia, Tansania, Ruanda, Burundi und andere Länder Inseln neben Afrika sein. Naja und wenn sich der Kontinent zerreißt, dann steigt Magma an die Oberfläche und die Magmaschicht drückt das Land nach oben. So entstehen Berge und Hohe Vulkane und deswegen, haben wir im Nordwesten von Ruanda, aber auch in Kongo, Kenia und Äthiopien, so viele hohe Vulkane. Im Rest von Ruanda, wo keine Vulkane stehen, hat diese Magmaschicht trotzdem das Land ein wenig angehoben aber nicht so stark wie im Nordwesten. Und danach haben viele Flüsse, die durch den starken Regen in der Regenzeit entstanden sind, diese erhöhte Landschaft in Hügel und Täler zerschnitten und die Hügel in den letzten 20 Millionen Jahren auch immer wieder stückweise verkleinert. In Ruanda entspringt ein Nebenfluss, der in den Victoriasee zwischen Uganda, Tansania und Kenia fließt und vom Victoriasee entspringt ein großer Nebenfluss, „der weiße Nil“, der später im Südsudan in den Nil mündet. Deswegen kann man schon sagen, dass in Ruanda ein Nebenfluss des Nil entspringt. Dieser Nebenfluss entspringt im Nyungwe Wald, fließt dann Hoch zu den Vulkanen, an Kigali entlang, zur Grenze Burundie’s und dann an der Grenze von Tansania entlang zur Grenzstelle zwischen Ruanda, Tansania und Uganda. Es ist typisch das Flüsse die Grenze zwischen Staaten bilden. Der Fluss fließt also durch weite Teile des Gebirgigen Teil des Landes und zerschneidet dann die Hügellandschaft. In der östlichen Provinz, fließt der Fluss nicht, aber die Provinz ist ohnehin flach.
Neben der Hügellandschaft und dem Kivu See, ist der Osten des Landes noch anders als die Hügellandschaft, weil sie wie gesagt flach ist und eine andere Vegetation hat. Diese Regionist einfach deshalb flach, weil die Magmaschicht hier schwächer ausgefallen ist und keine Flüsse die Landschaft in Täler zerschnitten hat. Die Vegetation ist anders, weil diese Region durch die trockenen und warmen Wüstenwinde geprägt ist.



Geographie in Ruanda 1: Klima



Ruanda ist ungefähr so groß wie Hessen, hat aber trotzdem 2 sogenannte „Klimazonen“. Ok, man sagt, dass Ruanda in den Tropen liegt und das ist auch richtig. Trotzdem gibt es stark unterschiedliches Klima, Tiere und Vegetation (Pflanzen) in den verschiedenen Gebieten der Tropen. Im Kongo haben wir ganz viele tropische Regenwälder in denen es praktisch jeden Tag regnet und es sehr heiß ist. In diesen Regenwäldern gibt es zum Beispiel Gorillas und sehr sehr hoch wachsende Bäume, wie man das zum Beispiel beim Film „Congo“ sehen kann. Tansania und Kenia, sind praktisch auf dem selben Breitengrad wie Kongo, haben aber vor allem Steppen (sogenannte Trockensavannen) in denen trockene und kleine Pflanzen wachsen und in denen Löwen, Elephanten und Nielpferde etc. leben. In Tansania und Kenia sieht es überwiegend so aus wie beim Film „Die Götter müssen verrückt sein“, auch wenn der Film jetzt aus Botswana kommt und Botswana schon noch ganz schön weit von Tansania weg ist.Und das kleine Land Ruanda, hat tatsächlich ein Stück von beiden Klimazonen oder ist an der Grenze zwischen den zwei Zonen. Der Großteil des Landes hat ein ähnliches Klima wie beim Regenwald im Kongo mit viel weniger Regen und nicht ganz so heiß, aber es geht schon in diese Richtung. Ruanda ist eine sogenannte Feuchtsavanne. Aber im Osten beim Akagera Park ist es viel trockener und bereits eine Trockensavanne wie in Kenia und deshalb haben wir dort auch Tiere wie bei einer Safari in Tansania. 




Ich habe mich gefragt woran das liegt, schließlich sind Kongo, Ruanda und Kenia praktisch auf dem selben Breitengrad und nach einigen Recherchen habe ich es einigermaßen herausgefunden. In den Tropen scheint die Sonne sehr direkt auf die Erde und erwärmt sie sehr stark. Heiße Luft steigt nach oben, kühlt ab und dabei entstehen Wolken und es regnet. Weil die Erde aber um 23°Cgeneigt ist und sich in einem Jahr einmal um die Sonne bewegt, ist es so als ob sich die Sonne im Juli nach Norden bewegt und im Januar nach Süden und deswegen haben wir bei uns in Europa Sommer und Winter. In der Schule und der Uni habe gelernt, dass da wo die Sonne direkt auf die Erde scheint eine Linie ist und es auf dieser Linie dieses Tiefdruckgebiet gibt auf dem es viel Regnet. Deswegen dachte ich auch das es in Tansania und Kongo ähnlich viel Regnen müsste. Aaaaaber natürlich ist es in der Schule viel einfacher dargestellt als es in Wierklichkeit ist. Es ist nämlich keine gerade Linie wie in der Schule gezeigt, sondern so eine komische krumme Linie. Die Linie geht über Kontinenten stark nach norden oder süden und auf dem Ozean bleibt sie das ganze Jahr über auf Äquator Nähe. Das liegt daran, dass die sich die Kontinente viel Stärker erwärmen als der Ozean. Und diese Linie geht im Januar über Afrika von Norden nach Süden mehr oder weniger durch Ruanda und Burundi. Deswegen bekommt Kongo sehr viele feuchte Winde vom Atlantik und Tansania viele trockene und warme Winde von der Sahara und der Arabischen Halbinsel. Und deshalb haben wir in Tansania so eine Steppenlandschaft und im Kongo einen Regenwald. Und der Osten von Ruanda bekommt schon diese trockenen Winde vom Nahen Osten ab und der Rest des Landes noch die Atlantik Winde. Im Sommer, liegt diese Linie auf der Sahara und damit weit weg von den Tropen und deshalb ist der Sommer in der Regel die Trockenzeit für Ruanda, Kongo, Tansania usw. Nur im Frühling und Herbst liegt die Linie praktisch auf dem Äquator und deswegen haben wir zu dieser Zeit immer Regenzeit.



Also zusammengefasst für Ruanda: Im Sommer ist die Linie weit oben und deshalb ist in Ruanda von Juni bis September immer Trockenzeit mit sehr wenig Regen. Im Herbst und Frühling (Oktober, November, März, April, Mai), geht die Linie durch Ruanda und deshalb haben wir immer Regenzeit mit sehr viel Regen. Im Winter ist die Linie manchmal nah an Ruanda und manchmal weit weg und deshalb haben wir im Winter (Dezember, Januar, Februar) die sogenannte „kleine“ Tockenzeit, die es aber nicht immer gibt. Also ich finde das suuuper interessant!!!