Dienstag, 17. Januar 2017

Abschied von Caroline nehmen, Weihnachten und Sylvester in Ruanda



Eine Woche vor Weihnachten habe ich mich dann auch schließlich von Caroline verabschieded. Caroline’s Chefs haben ein Taxi bestellt, dass sie zum Flughafen gebracht hat und weil ich eh nichts zu tun hatte und noch ein Platz frei war bin ich sogar mitgekommen. Ca. 6 Stunden Autofahren ist gar nicht so wenig, aber es immer interessant sich mit anderen Leuten zu unterhalten die auch Englisch können. Wir haben Caroline abgesetzt, danach noch ein paar wenige Kleinigkeiten in Kigali erledigt und haben uns zum Schaschlik Essen mit einem Pharamzie Professor aus Kamerun getroffen. Schaschlik ist hier das typische „Geschäftsessen“ wenn man oberer Mittelstand ist und sich mal was gönnen will. Das waren sehr witzige Leute und sie waren sehr stolz auf Kigali. Sie haben ganz stolz gesagt, das Kigali mindestens genau so modern ist wie Lüttich in Belgien und um einiges sauberer. Die Stadt hat vor kurzem eine riesige und super moderne Kongresshalle eröffnet und Plant wohl einen neuen Flughafen, der größer sein soll als der in London. Ruanda entwickelt sich also ganz schnell und wird vielleicht schon in 15 bis 20 Jahren auf dem Entwicklungsstand von Belgien sein. Und das stimmt auch alles was erzählt wurde aber ein bisschen kritisieren muss ich schon. Es stimmt, dass Kigali sauberer ist als Mainz, Frankfurt oder Berlin und es stimmt auch das diese Kongresshalle super modern aussieht. Aber ich habe im Moment so ein bisschen das Gefühl, als würde Ruanda fast nur in Kigali investieren. Das hat bestimmt seinen Grund und ich hoffe, dass das die richtige Methode ist. Ich bin kein Volkswirtschaftler ich kenne mich nicht aus! Aber es ist so, dass der absolute Großteil der Bevölkerung in Dörfern wohnt und weniger als 30€ im Monat verdienen. In Dörfern gibt es oft weder Krankenhaus, noch eine weiterführende Schule in der Nähe. Es gibt zwar Grundschulen, aber nachdem die Kinder gerade lesen, rechnen und schreiben lernen hört es danach auf mit der Bildung. Viele Haushalte in Dörfern haben keine Strom und Wasserversorgung. Ja das Land entwickelt sich, Touristische Orte haben oft eine gute Infrastruktur mit guten Straßen und Gebäuden. Kleinere Städte wie Huye entwicklen sich auch langsam aber sich. Aber ich hoffe, dass nicht nur in die Städte investiert wird und nicht nur die ohnehin schon wohlhabenden von der Entwicklung profitiert, sondern das sich auch die Bedingungen in den Dörfern bald merklich verbessert. Ich habe gehört, dass das auch so ist und jetzt viel mehr Haushalte in Dörfern zugang zu Trinkwasser und Strom haben. Das es fast überall Grundschulen gibt, ist auch relativ neu von daher tut sich auch dort was und das ist gut! Im Moment und das muss man auch dazu sagen, sehe ich aber noch sehr sehr starke unterschiede zwischen Kigali und dem Rest des Landes. Und ich bin mir nicht sicher ob ein neuer Flughafen, der größer sein soll als der Londoner, so eine gute Idee ist.... Aber ich kenne mich wie gesagt auch nicht aus. 


Zu Weihnachten wurde ich von einer netten Frau eingeladen, die an der Uni arbeitet und die Studenten als Studenten registriert. Sie und ihre Familie leben in einem sehr wohlhabenden Teil von Huye und die ganze Familie scheint eine sehr wohlhabende Familie zu sein. Ihre 16 jährige Tochter hat mir erzählt das praktisch 2 Onkel Medizin in Peking studiert haben, 1 Onkel ist der wohl der Bürgermeister von Kigali, 2 weitere Neffen Studieren gerade Wirtschaft und Medizin in Belgien, eine Schwester geht gerade in Essen zur Schule, der Vater ist ein Arzt in Kigali und die Mutter hat wie gesagt eine größere Stelle an der Uni. Das Mädchen konnte mit ihren 16 Jahren besser Englisch als die meisten meinner Freunde in Deutschland oder Caroline und war auch in ihrem ganzen Verhalten und so wie sie redet sehr westlich geprägt. Also man könnte auch meinen sie ein 16 jährige Deutsche die gerade die 10. Klasse mit 1, abgeschlossen hat. Naja aber diese Frau hat nicht nur mich eingeladen, sondern auch noch 30 weitere Studenten. Das waren aber nicht irgendwelche Studenten, sondern alles Weisenkinder, die ihre Familie während des Genozids vor 20 Jahren verloren haben. Wir haben zusammen gegessen und danach zusammen gefeiert. Es war ein sehr sehr anderes Weihnachten als bei uns in Deutschland oder in Indien, aber sehr schön!! Wir haben bis 2:30 Uhr morgens gefeiert und vor dem Essen, um Mitternacht (Jesus ist schließlich um Mitternacht geboren) und bevor wir gegangen sind, haben wir gebetet und jeder hat sich bedankt, dass er eingeladen wurde und danach haben wir religiöse Lieder gesungen. Es war also ziemlich schön und ich bin froh das ich das miterleben durfte. 




Am 25. Dezember, war ich dann wieder in Kigeme und habe diesen Tag mit meinen Freunden Didace und Sarah verbracht und eine weitere Deutsche freiwillige war auch noch da, die aber in Muhanga, einer 2h Autofahrt infernten Stadt wohnt. Mein Igetenge (Ruandische Kleidung) ist an diesem Tag endlich fertig geworden und es sieht nicht nur verdammt cool aus, es ist auch super bequem. Vielleicht lasse ich mir sogar noch eins machen. In Deutschland sieht es vielleicht ein bisschen albern aus... Aber vielleicht wird das ja auch ein neuer Trend. Außerdem gefällt mir der Gedanke die vielen leicht konservativ denkenden Leute in Koblenz zu provozieren :D :D!!!



Weihnachtsdekoration gab es hier praktisch gar nicht!! Ein paar Cafés, Gebäude und der Supermarkt, haben so ein bisschen Weihnatsbeläuchtung aufgehägt und Weihnachtsmänner aufgestellt, aber bei weiten nicht so viel Atmosphäre an der Straße wie bei uns in Europa. Das hat mich ein bisschen überrascht, weil die Leute ja Christlich sind.... Aber es hat wahrscheinlich keiner Lust Geld für Dekoration auszugeben. 
Zu Sylvester kann ich eigentlich nicht so viel schreiben. Didace hat mich hier in Huye besucht und wir haben zusammen einige Bier getrunken, gegessen und sind dann in den Nachtklub gegangen. Es haben zwar alle sich gegenseitig „Frohes Neues“ gewünscht, aber so ein richtig besonderer Tag wie zum Beispiel in Deutschland ist das hier nicht. Der Klub war auch gar nicht so voll wie erwartet. Aber es war auf jeden Fall ein cooler Abend und wir hatten eine menge Spaß. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen