Es hat echt gedauert, aber im Internet traut sich einfach
keiner zu sagen, welche Bodentypen den in Ruanda am meisten verbreitet sind.
Ich habe dann aber in den Unterlagen nachgeschaut die mir mein Prof gegeben hat
und kann jetzt sagen, dass es in Ruanda hauptsächlich Ferrasol und Nitisol
Böden gibt. Das macht auch Sinn, weil Ferrasol auch ein typischer Boden für die
Tropen ist.
Allgemein hat ein Boden 3 „Schichten“ die man Horizonte
nennt. In der Regel ist der erste Horinzon der „A-Horizont“ der fruchtbarste
Horizont, der B-Horizon weniger Fruchtbar und der C-Horizont schon unfruchtbares
Gestein. Schwarzerde in Osteuropa oder auch Braunerde in Mitteleuropa sind
deshalb so gut, weil sie einen großen A-Horizont haben.
Der Ferrasol hat leider einen sehr sehr kleinen A-Horizont,
aber dafür auch einen sehr sehr großen B-Horizont. Der A-Horizont ist deshalb
so klein, weil es zwar einerseits viel „organisches Material“ also Blätter,
Mist und tote Lebewesen gibt, aber andererseits wird das Material wegen den
ganzjährig Hohen Temperaturen und dem vielen Regen sehr schnell zersetzt und
die Minerale sickern ab. Der B-Horizont ist so groß, weil die Verwitterung
schon sehr lange anhält, aber leider regnet es so viel, dass die Minerale und
Nährstoffe auch sehr stark vom B-Horizont weggespült werden, sodass der
B-Horizont eigentlich unfruchtbar ist. Nachdem die Nährstoffe weggespült sind,
bleiben nur noch rote Metalle zurück und deshalb ist der Boden so rot. Und weil
so viele Nährstoffe ausgewaschen (weggespült) werden, kann der Boden nur
2-Schichttonminerale bilden, die nicht viele Nährstoffe speichern können und
nur wenig Nährstoffe abgeben. In Europa haben wir meistens 3- oder
4-Schichttonminerale.
Das bedeutet, dass Pflanzen nur einen kleinen !fruchtbaren!
A-Horizont benutzen können um zu wachsen und wenn der weg ist, ist der Boden
für mehrere Generationen oder vielleicht sogar für immer unfruchtbar. Das
heißt, die Bauern MÜSSEN gut auf ihren Boden aufpassen, sonst ist er für immer
kaputt. Aber leider wissen 1. Viele Bauern nicht wie sie das machen sollen und
2. Fehlt oft entweder das Geld oder die Möglichkeit die Felder einfach Brache
stehen zu lassen. Das Selbe, gilt übrigens auch für Regenwälder überall in den
Tropen. Wenn man einmal anfängt den Regenwald mit Maschinen zu roden und nicht
über Brandrodung, dann geht der A-Horizont ganz schnell verloren und der
Regenwald ist für immer weg und genau das passiert in weiten Teilen in
Brasilien, Kongo und Indonesien. Würde man Brandroden, könnte man die Asche als
effektiven Dünger für neue Bäume verwenden.
Der Nitisol Boden ist so ähnlich wie der Ferrasol, nur eine
Stufe fruchtbarer. Der A-Horizont ist größer und es gibt mehr Tonminerale!
Ansonsten gibt es in Ruanda bei den Vulkanen eigentlich auch
nur viele sehr sehr fruchtbare Böden, weil vulkanische Asche mit zu den
fruchtbarsten Böden überhaupt gehört. Also in den Regionen müssen sich die
Leute um ihre Böden wesentlich weniger Sorgen machen!!


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