Dienstag, 17. Januar 2017

Twin lakes Ruhondo und Burera in der Nähe vom Vulkan Nationalpark



An meinem letzten Wochenende mit Caroline, sind wir noch einmal an einen Unbekannten Ort in Ruanda gefahren und zwar zu den zwei Seen Ruhondo und Burera im Nordwesten des Landes, nicht weit von den großen Vulkanen Ruandas. Die Seen sind nicht ein viertel so stark erschlossen wie der Kivu See aber mindestens genau so schön!! Deswegen werde ich diesmal auch nicht über die Entstehung und Geologie der Seen berichten, weil es keine Internetquellen dazu gibt. Es gibt auch kaum Hotels, kaum Aktivitäten und kaum Touristen. Da wierklich keine 30km von den Seen mehrer Vulkane stehen, könnte man vermuten, dass die Seen Kraterseen sind, die von alten Vulkanen entstanden sind. Kraterseen sind aber fast immer rund, deswegen passt das nicht ganz. Also noch hat sich keiner dafür stark genug interessiert. 

Wir haben aber ein paar Bilder im Internet gesehen und wollten trotzdem dorthin fahren. Wir haben den aller ersten Bus von Huye nach Kigali genommen, danach den nächsten von Kigali nach Musanze und dann einen kleinen Bus von Musanze zu einer Schotterstraße die zu den Seen führen soll. Musanze ist eine große Touristenstadt von der man in den Vulkan Nationalpark kann und für 750$ die Gorillas im Park besuchen kann oder für 200$ auf einen der Vulkane hochklettern kann und es gibt noch einige andere Aktivitäten in der Preiskategorie 100$ aufwärts. Das zwei Muzungus (weiße) ohne privates Taxi, ohne privaten Reiseführer den regionalen Schrottbus nehmen wollen um zu zwei fast verlassenen Seen zu fahren bei der man von der Hauptstrasse noch 40min laufen muss, hat da keiner Verstanden. Die Leute in Musanze sind gewohnt das die weißen Mal eben so mit einem 200$ Privattaxi und Führer nach Musanze kommen, dort dann für 50$ Essen gehen, im Luxus Zimmer für 200$ übernachten und am nächsten Tag sich für 750$ die Gorillas anschauen. Das dann zwei junge weiße keine 50$ für ein Privat Taxi ausgeben wollen weil es zu teuer ist haben viele nicht verstanden. Wir haben bestimmt 20min diskutiert bis man uns dann erklärt hat wo wir aussteigen müssen und wie wir dahin kommen.

Am ersten Tag sind wir dann zum kleineren Ruhonde See gefahren. Leider hat es angefangen zu regnen als wir dorthin gelaufen sind, aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Im See haben wir dann nicht geschwommen weil es an dem Tag viel zu kalt war, aber wir haben eine kleine Bootstour um den See gemacht für 7€ pro person. Die Familie des Fahrers sind Besitzter eines sehr schönen Hotels und Hotelrestaurant auf einer Insel des Sees. Er hat erzählt, dass die Ursprungsidee für ein Hotel von Deutschen Freunden aus Bayern kam und diese Freunde wohl ganz schön viel Werbung (Mundpropaganda und Facebook) für das Hotel machen, sodass neben Ruandischen Gästen viele Leute aus Deutschland kommen. Wir haben sogar überlegt, ob wir dort übernachten sollen, aber mit 27€ pro Person war es leider zu teuer. Ich fand es schön, dass der Fahrer sofort verstanden hat das wir Studenten sind und uns das nicht leisten können. Deswegen hat er uns die Tour auch für 7€ Pro Person Angeboten, normalerweise nimmt er nähmlich 15€ hat er gesagt und ihm glaub ich das, weil er nicht irgenein Verkäufer auf der Straße ist sondern so ein ruhiger und entspannter Mann. Was mir in Ruanda extrem Auffällt! Die Meisten Leute, die nicht beruflich mit weißen in Kontakt kommen, haben keine Ahnung von dem Leben in Europa (woher auch). Man sieht nur, dass weiße hier unglaublich viel Ausgeben und scheinbar total unselbstständig sind, weil die meisten hier mit privaten Taxis schoffiert werden. Einheimische die Touristenbüros betreiben oder dort arbeiten haben schnell gemerkt, dass man mit weißen sehr viel Geld machen kann und nutzen das auch. Aber ich treffe immer wieder Leute in Cafés, Hotels oder im Bus, die sich richtig für Europa und Amerika interessieren und dann auch verstehen, dass Europa nicht das Paradies ist und Europäer auch nur normale Menschen sind. Das Geld ist in Euorpa ist einfach viel mehr Wert in Afrika. Diese Leute reden dann auch ganz normal mit mir und das ist dann immer wieder angenehm! 

Die Bootstour war sehr schön. Auf der Insel gibt es viele kleine Inseln und das Erstaunliche ist, dass sogar diese kleinen Inseln landwirtschaftlich genutzt werden. Es gibt Menschen die ihr Haus auf diesen kleinen Inseln gebaut haben, dass Land kultivieren und sich nebenbei noch kleine boote und Netze gebaut haben und Fischen gehen. Wir waren auch kurz auf der Insel wo das Hotel steht und hätten auch gerne „Brochette“ (Schaschlik) gegessen, aber wir mussten wieder zurück nach Musanze und uns ein günstigeres Hotel suchen :D. Aber vom Hotel und dem See aus hat man eine unglaubliche Aussischt auf den See, die Landschaft und die Vulkane im nahegelegenen Nationalpark. Ich hab dem Führer schon gesagt, dass nächste Mal komme ich mit einem festen guten Gehalt zurück nach Ruanda und dann bleibe ich auch 2-3 Tage in seinem Hotel. 







Am zweiten Tag, haben wir uns auf dem Weg zum Burera See gemacht und wollten uns nebenbei mal die sogenannte „Virunga Lodge“ ansehen. Die Virunga Lodge ist ein super luxiriöses Hotel auf einem Hügel genau zwischen den zwei Seen für nur 800$ Pro Nacht :D :D. Unfassbar!! Ich wäre fast umgefallen, als ich diesen Preis gehört habe! Wir haben aber gehört das die Aussicht von dort auf beide Seen sehr sehr schön sein soll und da dachten wir uns, ja wir gehen da hin und tun so als ob wir reich sind. Wir sind schließlich weiß also von daher kann das ja gut sein :D. Der Weg den Hügel hoch hat ca. 1 Stunde gedauert und auf dem Weg wurden wir wie so oft von 20 Kindern und Jugendlichen begleitet. Die kleineren Kinder konnten irgendwann nicht mehr, weil es so steil war, aber die Jugendlichen wollten sich unbedingt mit uns unterhalten. Interessant fand ich, dass es das erste Mal war, das die Kinder nicht nach Geld, sondern nach Stiften und Büchern gefragt haben!! Ich habe dann auch von einem der Jugendlichen erfahren warum. Ein Teil des Geldes, dass von der Virunga Lodge eingenommen wird, wird in die lokale Schule und andere Projekte investiert. Die Hotelbesitzer (Amerikaner) kaufen von dem Geld oft Stiffte und Schulmaterialien und verteilen die in den Dörfern dort in der Umgebung. Und sie haben ein Art Ausbildungszentrum gebaut in der kostenlos unterrichtet wird, wie man verschiedene Souveniere produzieren kann, die dann auch verkauft werden können. Also die Hotelbesitzer versuchen die ganze Region so ein bisschen zu unterstützen und wohl auch die Region für Touristen attraktiver zu machen. Eine der Jungs der uns begleitet hat, hat erzählt, dass er schon seit Jahren neben der Schule in diesem Hotel arbeitet, deswegen konnte er auch schon mit seinen 18 Jahren perfekt Englisch und Französisch und er hat erzählt, dass das Hotel ihm eine Studium in Tourismus und Hotelmanagement zahlt, solange er weiterhin zumindest in den Semesterferien im Hotel arbeitet. Also extrem teuer, dafür gefällt mir, dass die auch etwas sinnvolles mit dem Geld machen. 




 
Die Aussicht vom Hotel ist tatsächlich der Wahnsinn!!! Schaut man nach links, sieht man den Burera See, schaut man nach rechts den Ruhondo See inkluslive dem schönen Hotel auf der Insel und schaut man nach hinten sieht man die Virunga Vulkane vom Nationalpark. Wir haben uns mal kurz auf dem Gelände umgesehen und uns beim Café hingesetzt. Die machen da Nachts ein Lagerfeuer und haben so eine geniale Aussicht auf die Vulkane, dass ist schon cool! Bestellt haben wir nichts, weil ein Bier 6$ kostet, Mittagessen 25$, Abendessen 35$ und ein Tee 5$ :D. 
Am Abend ging es dann leider wieder zurück nach Huye, aber der Besuch der Seen hat sich absolut gelohnt, auch wenn die Seen kaum erwähnt werden in den Reiseführern und Touristenbüros.

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