Samstag, 10. September 2016

Fahrt durch das „Land der tausend Hügel“

Nach einer ca. 12 Stunden Reise von Mainz über Brüssel, wurde ich dann von Jean Marie am Flughafen abgeholt und in ein Hotel gebracht. Das Abendwetter war perfekt angenehm, die Atmosphäre ruhig und die Infrastruktur überraschend gut ausgebaut, zumindest am Flughafen und Flughafennähe. Abendessen im Hotel war mit Pommes, Omelette und Schaschlik erstaunlich westlich und es gab sogar 4 verschiedene in Ruanda gebraute Biersorten. Sie gehören zu internationalen Biermarken wie Heineken, aber werden immerhin in Ruanda und zentral Afrika gebraut. 


Am nächsten Tag hat mich Jean Pierre  dann nach Huye/ Butare gefahren und auf dem Weg, konnte ich die schöne Landschaft Ruandas genießen. Ruanda wird auch „das Land der tausend Hügel“ genannt, aber ich glaube in Wirklichkeit sind es sogar noch mehr. Es fällt auf, dass jedes Stück freie Fläche landwirtschaftlich genutzt wird, sogar Hügel mit einer sehr starken Hangneigung. Das ist überraschend, weil es zunächst einmal körperlich viel anstrengender ist und zweitens ist der Boden wesentlich felsiger und schlechter. Außerdem ist an Hügeln die Erosionsgefahr viel größer, also der Boden geht viel schneller kaputt als auf Flachland. Mein Professor in Deutschland, der schon seit über 20 Jahren immer mal wieder für Forschungszwecke in Ruanda ist, erklärt den Grund folgendermaßen. 90% der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft und weil in den letzten 100 Jahren die Bevölkerung in Ruanda immer weiter wächst, wird die Anbaufläche pro Familie immer kleiner. Eine Familie hat oft eine Anbaufläche von weniger als einem Hektar und muss diese Ackerfläche zum Überleben permanent und intensiv bewirtschaften. Man kann aber keinen Boden permanent und jedes Jahr bewirtschaften! Boden braucht pausen (sogenannte Brache Zeiten) um sich zu erholen! Deswegen muss man eben Wälder abholzen und auf Hügeln mit starker Hangneigung bewirtschaften. Bei der Arbeit des Professors geht es also darum Methoden zu entwickeln, wie man einen Hektar Boden so bewirtschaften kann ohne ihn stark zu beschädigen und dann natürlich den Bauern zu zeigen wie das geht. Ich denke es ist notwendig aber vielleicht geht die Forschung und Schulung nicht schnell genug voran. 





Naja, nach 2 1/2h Stunden Fahrtzeit, sind wir dann gesund und munter in Butare angekommen und haben eine Unterkunft für mich gesucht. Empfohlen wurde mir ein Hostel in der Nähe des Campus für 55€ pro Monat. Aber so richtig wohl gefühlt habe ich mich dort nicht. Es hätte auch einen Platzt für mich am Campus Hostel gegeben, aber nach meinem schicken Zimmer in Dublin, hatte ich irgendwie keine Lust auf diese Zimmer und erst recht nicht auf diese Toiletten und Duschen. Hätte aber nur 22€ pro Monat gekostet. Stattdessen bin ich in einem super Zimmer mit eigenem Bad, warm Wasser und einem kleinen Wohnzimmer gelandet. Es ist sauber, ruhig, kühl und ich bin jetzt schon von diesem Zimmer begeistert. 




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