Nach einer ca. 12 Stunden Reise von Mainz über Brüssel,
wurde ich dann von Jean Marie am Flughafen abgeholt und in ein Hotel gebracht.
Das Abendwetter war perfekt angenehm, die Atmosphäre ruhig und die Infrastruktur
überraschend gut ausgebaut, zumindest am Flughafen und Flughafennähe.
Abendessen im Hotel war mit Pommes, Omelette und Schaschlik erstaunlich
westlich und es gab sogar 4 verschiedene in Ruanda gebraute Biersorten. Sie
gehören zu internationalen Biermarken wie Heineken, aber werden immerhin in
Ruanda und zentral Afrika gebraut.
Am nächsten Tag hat mich Jean Pierre dann nach Huye/ Butare gefahren und auf dem
Weg, konnte ich die schöne Landschaft Ruandas genießen. Ruanda wird auch „das
Land der tausend Hügel“ genannt, aber ich glaube in Wirklichkeit sind es sogar
noch mehr. Es fällt auf, dass jedes Stück freie Fläche landwirtschaftlich
genutzt wird, sogar Hügel mit einer sehr starken Hangneigung. Das ist
überraschend, weil es zunächst einmal körperlich viel anstrengender ist und
zweitens ist der Boden wesentlich felsiger und schlechter. Außerdem ist an
Hügeln die Erosionsgefahr viel größer, also der Boden geht viel schneller
kaputt als auf Flachland. Mein Professor in Deutschland, der schon seit über 20
Jahren immer mal wieder für Forschungszwecke in Ruanda ist, erklärt den Grund
folgendermaßen. 90% der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft und weil in den
letzten 100 Jahren die Bevölkerung in Ruanda immer weiter wächst, wird die
Anbaufläche pro Familie immer kleiner. Eine Familie hat oft eine Anbaufläche
von weniger als einem Hektar und muss diese Ackerfläche zum Überleben permanent
und intensiv bewirtschaften. Man kann aber keinen Boden permanent und jedes
Jahr bewirtschaften! Boden braucht pausen (sogenannte Brache Zeiten) um sich zu
erholen! Deswegen muss man eben Wälder abholzen und auf Hügeln mit starker
Hangneigung bewirtschaften. Bei der Arbeit des Professors geht es also darum
Methoden zu entwickeln, wie man einen Hektar Boden so bewirtschaften kann ohne
ihn stark zu beschädigen und dann natürlich den Bauern zu zeigen wie das geht.
Ich denke es ist notwendig aber vielleicht geht die Forschung und Schulung
nicht schnell genug voran.
Naja, nach 2 1/2h Stunden Fahrtzeit, sind wir dann gesund
und munter in Butare angekommen und haben eine Unterkunft für mich gesucht.
Empfohlen wurde mir ein Hostel in der Nähe des Campus für 55€ pro Monat. Aber
so richtig wohl gefühlt habe ich mich dort nicht. Es hätte auch einen Platzt
für mich am Campus Hostel gegeben, aber nach meinem schicken Zimmer in Dublin,
hatte ich irgendwie keine Lust auf diese Zimmer und erst recht nicht auf diese
Toiletten und Duschen. Hätte aber nur 22€ pro Monat gekostet. Stattdessen bin
ich in einem super Zimmer mit eigenem Bad, warm Wasser und einem kleinen
Wohnzimmer gelandet. Es ist sauber, ruhig, kühl und ich bin jetzt schon von
diesem Zimmer begeistert.








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