Sonntag, 12. Februar 2017

Travel mit Claire Madame 3: zum zweiten Mal Akagera, Abhängen in der Nähe von Huye und ein Flüchtlingsheim



Am Ende der Reise haben wir noch einmal die Safari im Akagera Nationalpark gemacht. Diesmal haben wir neben dem Fahrer noch einen Guide mitgebucht, der wierklich sehr gut ausgebildet war und auf alles eine Antwort wusste. Jetzt weiß ich das ein Zebra ca. 700kg wiegt, ein Büffel ca. 1 Tonne und eine bestimmte Antilopenart nur ein Männchen in der Gruppe hat und sonst nur Weibchen und die verlierer Männchen in Einsamkeit alleine Leben müssen. Eine andere Antilopenart ist schneller als alle anderen Tiere im Nationalpark weil ihre Vorderbeine länger sind. Diese Antilopenart rennt 75km/h und ist gleichzeitig auch die zweitgrößte und zweitschwerste Art. Der Guide konnte sehr viel erzählen und hat sich also absolut gelohnt!! 





Diesmal haben wir auch eine etwas andere und wie ich finde schönere Route gewählt, als ich letztes Mal mit Caroline. Wir sind auf einen Hügel gefahren und hatten eine super schöne Aussicht auf den zweit größten See Ruandas. Diesmal hatten wir auch sehr sehr sehr seeeeeehr viele Tse Tse Fliegen die echt total genervt haben!! Die Art der Tse Tse Fliege ist absolut ungefährlich in Sachen Krankheiten, aber sie kann beißen und das ist dann schon unangenehm. Letztes Mal habe ich keine Einzige gesehen, weil wir in der kleinen Regenzeit waren. In der kleinen Trockenzeit ist sie bereits wieder sehr aktiv... 



 



Als wir von Akagera zurück gekommen sind, haben wir noch einige Tage in Huye und in der Nähe von Huye verbracht. Viel gemacht haben wir nicht mehr :D. Am ersten Tag sind wir nur bei den Feldern spazieren gegangen und haben uns den Wald und den Campus angeschaut. Am zweiten Tag wollten wir zum Nyanza Palast, sind aber viel zu spät gestartet und haben uns nur den Markt in Ruhondo angeschaut. Am dritten Tag habe ich einen Baum für meine Bachelorarbeit gefällt und am Sonntag sind wir nach Kigeme gefahren und haben Sarah und Didace besucht und das wars dann. Am Montag musste Claire dann wieder weg..... Aber ich freue mich immer wieder wenn Sie mich irgendwo besuchen kommt. 





 
Sarah und Didace arbeiten im Kigeme Flüchtlingsheim. Das Flüchtlingsheim wurde zum ersten Mal während des Bürgerkrieges zwischen Hutu und Tutsi, aber auch zwischen den Parteien und Rebellengruppen, in Burundi eröffnet und hat bis zum Ende der Auseinandersetzungen 2,100 burundische Flüchtlinge aufgenommen. Seit 2012, ist das Camp wieder eröffnet worden wegen der zahlreichen Kongoläsischen Flüchtlinge die aus dem Osten des Landes nach Ruanda Flüchten. In Kongo gibt es seit 2012 wieder Konflikte zwischen einer Rebellengruppe und der Kongoläsischen Regierung nicht weit von Uganda und Ruanda. Heute leben 18.000 Flüchtlinge Kongoläsische Flüchtlinge im 34 Hektar große Heim. Weil in der umkämpften Region die Muttersprache vieler Leute Kinyarwanda ist, sprechen alle Flüchtlinge Kinyarwanda und deshalb sagt Didace auch immer gerne, dass diese Leute eigentlich Ruanda sind. Schließlich haben die Europäer ja die Grenzen gezogen ohne dabei auf ethnische Verteilungen zu schauen. Das Verhältniss zwischen den Kongoläsen und den Einwohnern Kigemes schein wohl im Großen und Ganzen ok zu sein. Laut Didace sind die Flüchtlinge komplett integriert, laut Sarah gibt es schon so ein paar Probleme. Es ist wohl so, dass einige Kongoläsen, vor allem Kinder, immer mal wieder für Diebstähle verantwortlich sind und das macht die Flüchtlinge schon ein bisschen unbeliebt. Aus Perspektive der Kongoläsen heißt es andererseits auch oft „Also irgendwelche Berufshoffnungen habe ich eigentlich nicht. Ich bin Flüchtling und deswegen wird es schon sehr schwer überhaupt irgendetwas zu bekommen.“ Es gibt aber auch Beispiele von Kongoläsen die sich perfekt integriert haben und Jobs bekommen haben. 



  

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